NEW WORK SPECIAL!

Auf einen Kaffee mit Gerhard Maier – Teil 1

Mensch, (Ehe)Mann, Papa, Unternehmer, Netzwerker,Unternehmens­entwickler, Managementcoach, Freund,Drummer, Musikliebhaber, Optimist, emotionaler Visionär…

Auf der Fahrt zwischen München und Köln hatte es gepasst – Zwischenstopp Stuttgart. 2 Stunden Zeit mit Gerhard Maier über Visionen, Digitalisierung und Arbeitsumfeld im Mittelstand zu reden. Hier ein kleiner Auszug:

Timo: Der Startup Style ist in aller Munde, das Arbeitsumfeld ändert sich. Morgens ab ins Büro und der Schreibtisch des Großraumbüros ist besetzt. Dann eben ins Spinnennetz oder die Muschel-Lounge zum Arbeiten. Haben wir da was verpasst?

Gerhard Maier: Es kommt sicherlich auf die Kultur des Hauses an.

Unterschiedliche Geschäftsmodelle verlangen unterschiedliche Ansätze. Benötige ich Ruhe um ein Projekt zu bearbeiten macht ein abgetrennter Arbeitsbereich sicherlich Sinn. Werde ich allerdings gezwungen, mir den Arbeitsplatz jeden Morgen zu suchen und lande an einem Arbeitsplatz, der sich für meine anstehende Tätigkeit nicht eignet, wird es problematisch.

“Langfristig glaube ich aber nicht, dass der Schwund an Arbeitsplätzen komplett mit neuen Aufgaben aufgefangen wird”.

Timo: Wie weit kann man Arbeitnehmer umherschieben?

Gerhard Maier: Wenn ein Außendienstler 4 von 5 Tagen auf der Straße ist, kann er keinen Anspruch auf einen festen Büroarbeitsplatz erwarten. Anders sehe ich es bei Mitarbeitern, die hauptsächlich im Unternehmen arbeiten. Die Containerlösung sieht ja auch eine Clean Desk Policy vor. Abends alles erledigt zu haben, einen Tagesabschluss zu finden und das Material ab in den Container. Dieser durchgängige Kulturansatz galt bei einem meiner ehemaligen Arbeitgeber und war für mich ein unnötiger Stressfaktor.

Aber jegliche Ansätze die zukunftsgerecht auf Flexibilität der Mitarbeiter und ihre Funktionen ausgelegt sind, sehe ich positiv. Da kann es durchaus vorkommen, dass unterschiedliche Modelle in einer Abteilung gepflegt werden. Man sollte die Anforderungen, Charaktere und Bereitschaften erkennen. Eine informelle Kommunikation ganztags in der Cafeteria macht durchaus in vielen Bereichen Sinn, während die Funktion des festen Schreibtisches mit Familienbild und Identifikation ebenfalls seine Berechtigungen beibehalten wird.

Timo: Ausgedient oder immer noch aktuell? Home-Office?

Gerhard Maier: Home-Office ist ja inzwischen in vielen Unternehmen langjährig gelebte Praxis. Dabei erlebe ich derzeit eine interessante Doppel-Pendelbewegung: Während einige Unternehmen erst heute Home-Office-Lösungen für sich ‚entdecken’, fahren andere Unternehmen den Grad an Home-Office wieder zurück. Ich bin fest überzeugt, dass die Effizienz und Effektivität von Mitarbeitern im Home-Office im Durchschnitt deutlich höher ist als im Büro. Zudem muss man mit Ergebnissen punkten und nicht mit Präsenz. Zuhause ist man meist mit einem anderen Zug unterwegs als im Büro, die Ablenkung ist geringer. Man hat aber gelernt, dass die Bindung an das Unternehmen, die Zusammenarbeit mit den Kollegen und vieles mehr mit zu viel Home-Office leidet.
Deshalb wird vermehrt darauf geachtet, dass persönliche Begegnungen und persönliche Kommunikation wieder in den Fokus geraten und deshalb oft Pflichttage im Büro zur Pflege der Unternehmenskultur vorgegeben sind.

Timo: Thema Digitalisierung und Veränderung. Kommt die 25h Woche?

Gerhard Maier: Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mittelfristig eine deutliche Individualisierung von Arbeitszeiten und auch Arbeitsorten erleben werden, da die Arbeitnehmer unterschiedliche, meist privat begründete Bedürfnisse haben. Die Arbeitnehmer haben unterschiedliche Ansätze. Nicht jeder wird mit 30 Stunden oder weniger glücklich sein, nicht jeder die 40 Stunden leisten können. Wir haben Berufsbilder, die mehr Flexibilität zulassen und welche, die noch nicht so weit sind. Die nächsten Jahre werden dadurch geprägt sein,individuelle Arbeitszeiten noch stärker an die persönlichen Bedürfnisse wie Familie – ob zur Betreuung von Kindern oder zunehmend zur Alterspflege von Angehörigen – anzupassen. Auch in Bezug auf die Lebensarbeitszeit sehe ich eine Form der Individualisierung, die Mitarbeitern Langzeiturlaube bzw. einen flexiblen Übertritt in den Ruhestand ermöglicht.

TEIL2 folgt

ZUR PERSON

Name Gerhard Maier
Geschäftsführender Gesellschafter Peopledynamix GmbH
Kontakt gm@peopledynamix.com / www.peopledynamix.com
Funktion Unternehmensentwickler, Veränderungsberater,
Team- & Führungskräfte-Coach
Geburtsdatum 19. Dez. 1968
Geburtsort Laupheim im oberschwäbischen Kreis Biberach
Familienstand Verheiratet, 2 Kinder
IN Die Lebens- & Arbeitswelten 2025+ antizipieren
OUT Führen ohne spürbare Werte & Haltung

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