NEW WORK SPECIAL!

Auf einen Kaffee mit Gerhard Maier – Teil 2

Weiter geht es mit Teil 2 des großen Interviews

Timo: Somit haben Sie schon Pläne für das Alter?

Gerhard Maier: Aktuell kann ich mir nicht vorstellen, mit 65 oder 67 Jahre in Ruhestand zu gehen. Seit über zwei Jahrzehnten habe ich großen Spaß an meiner Arbeit, vielleicht werde ich ja in einigen Jahrzehnten in der Kiste aus einem Workshopraum getragen?

Timo: Werden digitale Berufsbilder die Berufe ersetzen, die der Digitalisierung zum Opfer gefallen sind?

Gerhard Maier: Die Berufe, die von Algorithmen abgelöst werden, sind nicht zu halten. Alles was mit 1 und 0 zu lösen ist, wird von Systemen übernommen. Es fehlt mir etwas an Fantasie wie all die wegfallenden Arbeitsplätze durch neue ersetzt werden sollen. Und die großen Umbrüche durch den Einsatz komplexer künstlicher Intelligenzsysteme stehen ja noch aus.

Selbst Programme und Apps schreiben sich immer mehr von selbst. Da sind selbst aktuelle Berufsbilder der Programmierer von Software und Apps in Gefahr abgelöst zu werden.

Timo: Also doch alles eher negativ?

Gerhard Maier: Nein. Als ein riesiges Ersatzfeld sehe ich Tätigkeitsbereiche in unserer Gesellschaft, in denen es schon heute hohen Bedarf an menschlicher Unterstützung gibt – in sozialen Einrichtungen oder zur Pflege kommunaler Begegnungsstätten beispielsweise. Wenn man schaut, zu welchen Problemen der Wegfall der Zivildienstleistenden damals geführt hat und zum Beispiel Krankenhäuser und Pflegeheime negativ beeinflusst hat. Es tun sich ja schon heute große Handlungsfelder auf, die der Staat bzw. die Kommunen einfach nicht mehr abdecken können.

Timo: Sie sind national und international viel unterwegs. Wo sehen Sie Deutschland im Vergleich zum Silicon Valley oder auch Asien?

Gerhard Maier: Ich gehöre grundsätzlich zu den Optimisten, meine aber auch, dass der Blick internationaler werden muss. Wenn ich sehe, mit welchen Themen sich die Firmen im Valley beschäftigen, müssen wir sicherlich ein Stück weit aufpassen den Kontakt nicht zu verlieren. Deren Zukunftsblick geht mindestens in Richtung 20, 30 Jahre oder mehr. Auf der anderen Seite gibt es auch Entwicklungen und Moden, die man kritisch betrachten und nicht unbedingt mitmachen muss. Ein Beispiel dafür ist das Herzstück meiner Tätigkeit, die Führung im Unternehmen. Da taugt das Silicon Valley – pauschal ausgedrückt – nicht als Vorbild.

Unsere Art über Mitarbeiter zu denken und mit ihnen zu handeln, ist aus meiner Sicht weitgehend positiver geprägt, als bei den vielgefeierten Stars des Silicon Valley.

Timo: Verschlafen wir einen Trend, ist es gar zu spät?

Gerhard Maier: Wenn einzelne Branchen oder Unternehmen nicht reagieren, fahren sie gegen die Wand. Aber ich habe auch nicht den Eindruck, dass unsere Hidden Champions die Herausforderung nicht angenommen haben. Viel wird in den Bereich der Innovationen investiert und auch die Erschließung von neuen Geschäftsfeldern ist rasant gestiegen.

Timo: Wenn Sie nicht mit dem ICE unterwegs sind, dann E-Auto?

Gerhard Maier: Ja, und nach wie vor voller Begeisterung und Überzeugung! Mein erstes E-Auto war ein Renault ZOE, ein Traumauto für die Kurzstrecke. Inzwischen fahre ich einen langstreckentauglichen Tesla. Die Frage ist ja nicht ob, sondern wie kommt die E-Mobilität – und mit ihr weitere alternative Antriebssysteme im Schlepptau.Es ist interessant zu sehen, wie sich ein kleiner Anbieter, unbequem und konsequent durchsetzt, den großen Konzernen die Stirn bietet. Es ist ein Beispiel dafür über den deutschen Tellerrand hinauszuschauen. Tesla wird die deutschen Autobauer nicht an die Wand fahren, aber zumindest unter Druck setzen, dass sie sich schneller bewegen. Letztlich vertraue ich auch da der deutschen Innovationskraft und Ingenieurskunst. Bei meinem Besuch in der TESLA Fabrik in Kalifornien fand ich es bemerkenswert und irgendwie beruhigend zu sehen, wie viele Arbeiter mit den Shirts deutscher Lieferanten unterwegs waren.

“Mein unternehmerisches Leitmotiv dabei lautet: Veränderung mit Zukunft“

ZUR PERSON

Name Gerhard Maier
Geschäftsführender Gesellschafter Peopledynamix GmbH
Kontakt gm@peopledynamix.com / www.peopledynamix.com
Funktion Unternehmensentwickler, Veränderungsberater,
Team- & Führungskräfte-Coach
Geburtsdatum 19. Dez. 1968
Geburtsort Laupheim im oberschwäbischen Kreis Biberach
Familienstand Verheiratet, 2 Kinder
IN Die Lebens- & Arbeitswelten 2025+ antizipieren
OUT Führen ohne spürbare Werte & Haltung

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